Zucchini-Nuss Kuchen und ein paar Worte über Kokosmehl

Ich war nie die große Bäckerin, muss ich zugeben. Man kämpft ja speziell als Frau ohnehin ständig mit dem einen oder anderen Kilo und auch mein Pezi ist unheimlich sportlich und stets darauf bedacht, nicht zu viel Zucker oder Weißmehl zu sich zu nehmen. Warum sollte ich auch noch damit anfangen einen Kuchen zu backen, den jeder nur mit schlechtem Gewissen ißt.

Seit ich jedoch Zucker sowie Weißmehl aus meiner Küche verbannt habe, um mit neuen Getreidearten und Süßungsmitteln zu experimentieren macht es wieder richtig Spaß den Backofen anzuheizen. Meine Freunde und die Familie freuen sich jedes Mal, wenn ich Ihnen eine gesunde Süßigkeit vorsetze, bei der sie kein schlechtes Gewissen haben müssen. Natürlich auch hier alles in Maßen, denn süß ist trotzdem süß. Der Unterschied ist der, dass einerseits durch die vollwertigen Produkte mehr Nährstoffe enthalten sind und der Insulin-Spiegel nicht so sehr in die Höhe schießt wie bei Weißmehl und wir auf der anderen Seite durch das vollwertige Mehl schneller satt sind.
Genau an dieser Stelle kommt auch das Kokosmehl zum Einsatz. Es entsteht bei der Gewinnung von Kokosöl und ist sozusagen das getrocknete, ausgepresste Überbleibsel vom Kokosfleisch. Im Vergleich zu Vollkornmehl enthält es fast fünfmal mehr Ballaststoffe und ist reich an Nährstoffen. Besonders hoch ist dabei der Anteil von Selen, ein Mikro-Spurenelement, das unter anderem wichtig für die Funktion der Schilddrüse ist.
Es bindet Wasser und schafft damit viel Volumen, was schneller satt macht, enthält wenig Kohlehydrate und neben gesundem Kokosfett vor allem Eiweiß. Es hat einen ausgleichenden Effekt auf den Insulinspiegel, denn je mehr Kokosmehl einer Mahlzeit beigefügt wird, desto niedriger bleibt der Blutzuckerspiegel. Zudem wird der Stoffwechsel angeregt. Perfekt für die Linie! Außerdem wirkt sich Kokosmehl positiv auf unsere Verdauung und die kleinen aber wichtigen Darmbakterien aus. Es ist glutenfrei und somit auch für Menschen mit Zöliakie geeignet.

Wie integriert man Kokosmehl nun am besten in seinem Alltag?

Kokosmehl pur ist etwas mächtig, denn es sättigt wirklich sehr. Ich mische es mit 10 – 20% in die Mehlspeisen. Gebt immer ein kleines bisschen mehr Flüssigkeit zu, da das Kokosmehl sehr saugfähig ist.
Eine ganz tolle Sache ist, dass es roh verzehrt werden kann. Ich habe den leckeren Zucchinikuchen anstelle von Staubzucker mit Kokosmehl verziert. Es sah ganz toll aus und Emma freute sich wie irre, weil sie ein Stück mit extra viel „Staubzucker“ drauf essen durfte.


Aber jetzt will ich euch nicht länger auf die Folter spannen. Hier das Rezept für meinen leckeren, gesunden Zucchinikuchen:

Leinsamen-Ei (1 Ei entspricht 1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser)

Zutaten:
3 EL Leinsamen
9 EL Wasser
300 g Zucchini
100 g Nüsse (z.B. Mandeln)
50 g Ahornsirup
70 g Kokosblütenzucker
2 Pkg Vanillezucker
1 TL Natron
1 TL Backpulver
1 TL Zimt
1/2 TL Salz
140 ml Rapsöl
4 EL Pflanzenmilch (z.B. Hafermilch)
225 g Dinkelvollkornmehl
25 g Kokosmehl

Zubereitung
Backrohr auf 180°C Heißluft vorheizen und eine Backform fetten.
Für das Leinsamen-Ei die Leinsamen in den Mixtopf geben und 10 Sek Stufe 10 fein mahlen (ihr könnt natürlich auch einfach fertig geschrotete Leinsamen verwenden). Umfüllen, mit dem Wasser verrühren und beiseite stellen.

Nüsse in den Mixtopf geben und einige Sekunden grob Mahlen (nicht zu fein, je nach Geschmack). Ihr könnt natürlich auch fertig gemahlene Nüsse verwenden wenn ihr keinen passenden Mixer zuhause habt. Umfüllen.

Zucchini in Stücken in den Mixtopf geben und 2-3 Sekunden Stufe 5 grob hacken. Nicht zu fein machen. Die restlichen Zutaten zugeben und alles 10 Sekunden, Linkslauf, Stufe 5 zu einem gleichmäßigen Teig verrühren. Den Teig in die Backform füllen und 1 Stunde backen. Gegen Ende der Backzeit mit einer Gabel in den Teig stechen. Wenn keine Teigreste mehr daran kleben ist der Kuchen fertig.

Tipp für alle die ohne Thermomix arbeiten: rührt zuerst die trockenen Zutaten in einer großen Schüssel zusammen und gebt anschließend alle feuchten dazu. Mit dem Schneebesen oder einer Küchenmaschine gut verrühren.

Abkühlen lassen und mit Kokosmehl bestäuben. Ein Kerzlein anzünden und zusammen mit einem Tee oder Kaffee zurücklehnen und ein Stück dieses herrlichen Kuchens ganz ohne schlechtes Gewissen genießen 🙂

3 Gedanken zu „Zucchini-Nuss Kuchen und ein paar Worte über Kokosmehl

    • Doris sagt:

      Hallo Brigitte,
      Ich verwende am liebsten Hafermilch aber du kannst natürlich auch Soja-, Cashew-, Reis- oder Mandelmilch verwenden. Ganz nach Geschmack.

      Kokosblütenzucker ist eine gesündere Alternative zum weißen Zucker. Du bekommst ihn z.B. bei DM oder im Reformhaus. Er wird aus dem Nektar der Kokosblüte hergestellt. Kokosblütenzucker ist vor allem wegen seinem sehr geringen glykämischen Wert bekannt geworden. Der glykämische Wert eines Lebensmittels gibt an, wie stark dieses den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt. Niedrig-glykämische Nahrunsgmittel sind für unser Wohlbefinden also sehr förderlich.
      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen 🙂

      Liebe Grüße,
      Doris

  1. Brigitte Schöner sagt:

    Vielen Dank Doris, das ist sehr interessant und im veganen Bereich hab ich leider noch große Wissenslücken – wird bald getestet! ☺
    Liebe Grüße
    Brigitte

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